Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft

Die Jagdgenossenschaft Wickendorf wird auch 2015 den Erlös der Jagdpacht zur Instandhaltung der Wege verwenden. Trotz kontroverser Diskussion wurde dem Antrag auf Vorverpachtung des Reviers 2016-2025 an den bisherigen Pächter Reinhard Rüger zugestimmt. Als weiterer Pächter ist Tom Hofmann neu mit dabei.

Zu Beginn der Versammlung wurde das traditionelle Jagdessen, gestiftet vom Jagdpächter und von den Damen des Sportvereins, zubereitet. Die Versammlung war von 32 Mitgliedern und einer Fläche von 495,74 Hektar sehr gut besucht.

Schriftführer Harald Fehn verlas die Niederschriften von der letzten Jahreshauptversammlung und einer Vorstandssitzung. Die Niederschriften wurden von der Versammlung genehmigt. Kassenverwalter Lothar Nikol gab den Kassenbericht. Der Kassenverwalter beklagte den niedrigen Zinssatz. Der größte Ausgabeposten entstand wieder bei der Wegeinstandhaltung.

Dem Kassenverwalter wurde durch Peter Haderlein und Franz Konrad eine sehr ordentliche Kassenführung bescheinigt. Die Entlastung des Kassiers erfolge einstimmig.

Jagdvorsteher Waldemar Zipfel bedauerte, dass nicht alles, was im Wegebau geplant war, durchgeführt wurde. Der Teuschnitzer Weg und die Trab wurden hergerichtet, dafür wurden 68 Tonnen an Material verbaut. LKW, die im Wald verkehren, hinterlassen ihre Spuren, Wegewart Franz Konrad habe wiederum kostengünstig viele Wege hergerichtet. An einem Vortrag über Drückjagd habe man teilgenommen. Er stellte fest, dass Wild und Verbiss- Schäden ansteigen.

Jagdpächter Reinhard Rüger berichtete, dass mit Georg Förtsch ein weiterer neuer Jäger im Revier tätig ist und sich die Jägeranzahl auf fünf erhöht habe. Erstmals habe es unter seiner Regie eine erfolgreiche revierübergreifende Drückjagd gegeben. Von Gifting, Posseck, Marienroth und Wickendorf bis Teuschnitz waren gut einhundert Treiber und Jäger unterwegs. Man habe viele Sauen vermutet, leider habe man auch auf Grund der Witterung nicht den gewünschten Abschuss erreicht. Während des Jahres habe er zusammen mit seinen Jägern 50 Schwarzkittel zur Strecke gebracht. Er beklagte eine steigende Zahl von Unfällen auf der Kreisstraße nach Marienroth, dort wolle man Duftmarken aufstellen, um Unfälle zu reduzieren. Der Zeltplatz beim Waldbauer sei, ebenso wie die Beweidung im Kremnitztal, ein Jagdhindernis. Der eingesetzte Luchs, der pro Jahr etwa 50 Stück Rotwild schlägt, sei ebenfalls ein Nachteil.

Reichlich Diskussion brachte die vom Jagdpächter beantragte Vorverpachtung des Reviers ab 2016. Reinhard Rüger wollte Planungssicherheit für das 700 Hektar große Revier, auch für die darauf befindlichen 60 Hochsitze. Die Arbeit im Revier werde nicht einfacher, die Vermarktung zunehmend schwieriger. Tom Hofmann werde, falls der Vorvertrag zustande kommt, als Mitpächter fungieren. Hofmann verwies auf die hervorragende Arbeit der Jäger im Revier und meinte, so wie derzeit gearbeitet wird, sei Nachhaltigkeit sichergestellt. Martin Egon wunderte sich über das Vorgehen des Pächters, Harald Fehn verwies darauf, dass Grundstückseigentümer und Pächter keine Gegner, sondern Partner seien und sich entsprechend verhalten mögen. Schließlich einigte man sich mit großer Mehrheit auf eine Vorverpachtung.

Einstimmig wurde beschlossen, den Erlös der Jagdpacht wiederum für den Wegebau zu verwenden. Dazu gab es einige Vorschläge. Man wolle sich künftig zwei Mal jährlich zusammensetzen (Pächter und Vorstandschaft), um sich zu besprechen. Das Ansinnen der Jägerschaft, um einen Zuschuss für ein Nachtsichtgerät, fand keinen Zuspruch.

Bericht / Quelle: Harald Fehn