Pilgerfahrt ins Heilige Land

von Dekan Peter Barthelme, entnommen aus dem Aktuell

Es war eine sehr beeindruckende Fahrt zu den Orten, an denen Jesus geboren, aufwuchs, gepredigt und gewirkt hat, starb und auferstand.

Ob in der Verkündigungskirche in Nazareth, in der Geburtskirche zu Bethlehem, in den vielen Kirchen, die an Wunder und Predigten Jesu erinnerten, in der Grabes-kirche: Immer war Jesus greifbar nah. Endlich konnte man sich richtig vorstellen, was im Evangelium erzählt wird. Wer den unmittelbaren Wechsel von Wüste zu frucht-barem Land (auf dem zweimal im Jahr geerntet wird!) erlebt hat, kann sich viel mehr in die Rolle der Israeliten versetzen, die nach der langen Wüstenzeit von Gott durch die Hand des Mose ins gelobte Land geführt worden sind. Nach der Zeit der Entbeh-rungen plötzlich dieses herrliche Land muss für sie überwältigend gewesen sein.

Das Beeindruckendste war vielleicht, den Kreuzweg auf dem Stück Erde zu beten, wo Jesus selbst das Kreuz für uns getragen hat: Mitten durch die pulsierende Stadt, durch den Basar mit den muslimischen Händlern, einmal sogar quer durch einen Laden. Und trotz des Getümmels und der Hektik um uns konnten wir doch ganz in Gedanken beim Herrn sein und bei allen, die das Kreuz heute tragen müssen und die wir durch unser Gebet stärken wollten. Auch Jesus wurde ja damals durch solch buntes Treiben über den Markt hinaus vor die Stadt zum Golgotha-Hügel getrieben. Der Herr geht mitten durch unser Leben! Da wo das Leben pulsiert in der Hektik des Handels und des rauschenden Verkehrs, im Stress des Berufes im Gewimmel unseres Lebensalltages: Christus geht an unserer Seite!

Aber all das ist nur äußere Erinnerung. Wir können auch zu Hause dies Pilgerfahrt erleben, wenn wir jetzt die heilige Woche begehen. Mit Christus das letzte Abendmahl feiern, den Kreuzweg gehen, Ostern feiern!