68. Friedenswallfahrt nach Neuengrün

Am Samstag, 31. August, findet die 68. Friedenswallfahrt nach Neuengrün statt. Dazu laden der Dekanatsrat Kronach und der Dekanatsrat Teuschnitz sowie die Kuratiegemeinde Neuengrün-Wolfersgrün ein. Neuengrün ist eines der schönsten Runddörfer in Bayern.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg beschlossen Kriegsheimkehrer, aus Dankbarkeit ihrer Rückkehr, jährlich eine Wallfahrt nach Neuengrün durchzuführen. Tausende waren noch in Gefangenschaft. Im Jahr 1946 fand die erste Heimkehrerwallfahrt statt, bei der Prälat Georg Werthmann, ehemaliger Militärpfarrer und Stadtpfarrer von Kronach, sprach. Er wurde später Generalvikar der Bundeswehr.

Die Wallfahrten nach Neuengrün waren zunächst zweitägig. Initiator war der Kronacher Heimatdichter Andreas Bauer. 1947 wurde ein Friedenskreuz von Weihbischof Arthur Michael Landgraf eingeweiht. Ein Jahr später war die Uraufführung des Legendenspiels von Neuengrün, das von Andreas Bauer geschrieben wurde. Von 19 Laienspielern wird dargestellt, wie die Gnadenmadonna nach Neuengrün gekommen sein soll. Letztmals kam es zur 65. Friedenswallfahrt im Jahr 2010 zur Aufführung.

Prominente Festredner
In den ersten Jahren waren Politiker die Festredner. 1948 sprach Kultusminister Alois Hundhammer. Mehrmals war Justizminister und stellvertretender Ministerpräsident Josef Müller (Ochsensepp) in Neuengrün. 1952 war der Generalsekretär der CSU, Bundestagsabgeordneter Franz-Josef Strauß, Festredner.

Bereits 1949 wurde die erste Friedensstandarte geweiht. Zur 50. Friedenswallfahrt wurde eine neue Standarte angeschafft, die vom akademischen Bildhauer Heinrich Schreiber entworfen wurde. Sie wurde 1999 in Rom von Papst Johannes Paul II. gesegnet. Der Heilige Vater bat damals Dekanatsratsvorsitzenden Heinz Hausmann, für den Frieden in der Welt zu beten und die Wallfahrt weiterhin durchzuführen. Seit 64 Jahren wandert die Friedensstandarte von Gemeinde zu Gemeinde. Im vergangenen Jahr wurde sie von der Krieger- und Soldatenkameradschaft Friesen übernommen und heuer wird sie an den Kameradschaftsbund Rothenkirchen übergeben. Bei der Übergabe wird versichert, dass jeden Monat eine Friedensgebetsstunde abgehalten wird. Inzwischen fanden in den Frankenwaldgemeinden über 750 Betstunden statt.

1964 ist Heimatdichter Andreas Bauer im Alter von 66 Jahren verstorben. Im kommenden Jahr ist sein 50. Todestag. Bei der Organisation der Wallfahrt wurde er damals von Kreisjugendpfleger Walter Kromp tatkräftig unterstützt. Als Heinz Hausmann 1967 Diözesansekretär wurde, übernahm das Katholische Volksbüro weitgehend die organisatorische Arbeit. Die Heimkehrerwallfahrt wurde in Friedenswallfahrt umbenannt und seitdem wird von den Dekanaten Kronach und Teuschnitz bzw. den Dekanatsräten der beiden Frankenwalddekanate eingeladen. Für Heinz Hausmann ist es in diesem Jahr zum 46. Mal, dass er dabei ist und die Wallfahrt vorbereitet.

Das Programm am Samstag
Um 18 Uhr werden die Wallfahrer am Ortseingang vom Musikverein Neuengrün abgeholt. Nach der Begrüßung in der Kirche durch Pater Jan Poja, CR, erfolgt die Übergabe der Friedensstandarte. Nach drei Betstunden findet die Lichterprozession zum Friedenskreuz oberhalb des Dorfs statt, wo der Wortgottesdienst mit Predigt abgehalten wird. Festprediger ist in diesem Jahr Diakon Georg Zenk. Anschließend ist auf dem Dorfplatz die Eucharistiefeier mit Regionaldekan Thomas Teuchgräber, Dekan Michael Dotzauer, Pater Jan Poja, CR und weiteren Geistlichen. Während der Betstunden besteht auch die Möglichkeit zur Beichte. Viele Gläubige aus dem gesamten Frankenwald werden erwartet.

Das Gnadenbild
Das Gnadenbild von Neuengrün wird bei der Lichterprozession mitgetragen. Nach einer mündlichen Überlieferung soll es unmittelbar in der Zeit vor der Reformation von einem unbekanntem Meister geschaffen worden sein. Da das Jesuskind große Ähnlichkeit mit dem bekannten Prager Jesulein aufweist, sprach man die Statue einem böhmischen Bildschnitzer zu. Diese Ansicht hielt sich von Anfang an bis in unsere Zeit.

In den zurückliegenden 67 Jahren kamen zur Friedenswallfahrt viele tausend Menschen, die alle gestärkt und in großer Dankbarkeit die Gebetsnacht von Neuengrün erlebten. Auch jetzt ist es wichtig, 68 Jahre nach Kriegsende, für den Frieden in der Welt zu beten. Unfrieden und Hass gibt es ständig. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es bisher viele kriegerische Auseinandersetzungen bis in die heutigen Tage. Die Menschen in der Bundesrepublik haben allen Grund zu danken, für Frieden in Freiheit, den sie erleben dürfen und für die Wiedervereinigung ohne Blutvergießen. Tag für Tag sollte man sich für den Frieden einsetzen und zunächst in seiner eigenen Umgebung beginnen.

Quelle: Fränkischer Tag