Christen dürfen und müssen um ihre Verstorbenen trauern

Am Allerseelentag wurde in Teuschnitz in besonderer Weise der Verstorbenen aus den Pfarrgemeinden Teuschnitz, Tschirn, Wickendorf und Marienroth gedacht. Pfarrer Joachim Lindner zelebrierte ein feierliches Requiem in der Stadtpfarrkirche, das von der Stadtkapelle Teuschnitz musikalisch mitgestaltet wurde. Der Allerseelentag mache deutlich, dass auch wir Christen um unsere Verstorbenen trauern dürfen und müssen, allerdings nicht wie Menschen, die keine Hoffnung haben, sondern im Vertrauen auf den auferstandenen Herrn, so Lindner. In Trauer hat die Messe begonnen und im Laufe des Gottesdienstes wurde die österliche Freude der Auferstehung spürbar, die mit „Lobe den Herrn“ endete. Am Ende der Messfeier machte Pfarrer Lindner noch mal deutlich, dass Allerheiligen und Allerseelen aufzeige, dass Gott seinen Geschöpfen nicht die Verwesung schauen lässt.

Mit einer Baumscheibe verglich der Stadtpfarrer den Menschen mit einem Baum, der als Symbol für das Sinnbild des Menschen gelte:

„Die Baumscheibe ist ein Ausschnitt, gerade zu nur ein kleiner Teil des Baumes. Was wir über unser Leben, oder über das Leben unserer Verstorbenen sagen, auch dies ist immer nur ein Ausschnitt, ein kleiner Teil. An jeder Baumscheibe können wir an den Jahresringen immer auch das Alter eines Baumes herauslesen und wir können ablesen, ob es ein sehr feuchtes oder trockenes Jahr war, mit mehr oder weniger Sonne verbunden. Auch da ist der Vergleich zu unserem Leben und dem Leben unserer Verstorbenen gegeben. Es gab auch im Leben unserer Verstorbenen enge Jahresringe das heißt: Zeiten – vielleicht auch Jahre der Not, denken wir an die Erfahrungen des Krieges, Zeiten der Krankheit, der Schmerzen, des Verlustes, Zeiten der Tränen, Angst, Sorgen und des Streites, Zeiten von Schicksalsschlägen. Es gab mit Sicherheit aber auch Zeiten des Glückes und der Zufriedenheit, das Wunder der Geburt, erfolgreiche Ereignisse, die Tränen des Lachens und der Freude. Die innersten Ringe sind die abgehärtesten, das Rückgrat des Baumes. Trotzdem mussten auch sie beweglich bleiben, um im Sturm nicht abzuknicken. Was unsere Verstorbenen in guten und in schweren Tagen hielt, war ihr Glaube und ihre Liebe, ihre Hoffnung sich letztlich in Vielem - vielleicht auch in Allem, von Gott gehalten zu wissen.“

Vertreter der vier Pfarrgemeinden riefen die Namen der Verstorbenen des vergangenen Jahres in Erinnerung und unter dem Geläut der großen Glocke wurde für jeden Einzelnen eine Kerze mit dem Licht der Osterkerze entzündet. „Abbild des Auferstehungslichtes ist für uns und unsere Welt das Licht der Osterkerze. Sie wurde am lodernden Feuer in der Osternacht entzündet, um uns das Fest gegen den Tod und gegen die Angst, gegen die Kälte der Herzen anzusagen und aufzuzeigen“, so Pfarrer Lindner. Beim abschließenden Hymnus „In paradisum“ setzen alle Glocken zum festlichen Geläut ein.

Diese Messfeier hat alle sehr bewegt und den vielen Gottesdienstbesuchern etwas Besonderes gegeben hat. Das war von vielen zu hören. ut