Maria, die Mutter gehört dem Volk - Dorfkapelle in Eigenleistung renoviert

Unter dem Schein von vielen Lichtern segnete Pfarrer Joachim Linder die neu renovierte Dorfkapelle in Wickendorf. Feierlich umrahmt wurde die Lichterprozession und Andacht von der Kirche in die Dorfmitte von den Wickendorfer Musikanten.

Pfarrer Lindner segnete die Kapelle und markierte deren Eingang symbolisch mit Chrisam. Die neu restaurierte Marienfigur fand in der neu erstrahlenden Kapelle ihren angestammten Platz.

Vorrausgegangen war eine Andacht im Gotteshaus, bei der die beiden KAB-Vorsitzenden Günther Fehn und Christof Krebs verschiedene Evangelien vortrugen. Pfarrer Lindner verwies in seiner Predigt an ein Bild des Malers Chagall: Die Mutter Jesu gehört dem Volk und spannte einen Bogen zu Maria die Mutter die ihren Platz im Herzen des Volkes hat.

Kirchenpfleger Matthias Beetz, der zusammen mit Markus Wachter für die Renovierung maßgeblich war, berichtete von den erledigten Arbeiten der stadteigenen Kapelle, die ursprünglich im Jahre 1880 fertiggestellt wurde. Das Dach war undicht, der Schiefer viel ab, das Gebälk war teilweise faul, im Umfeld der ehemaligen Schule lag jede Menge Unrat. Dieser Zustand müsse besonders im Vorfeld zur 650-Jahrfeier geändert werden. Seitens der Stadt, in deren Besitz sich die Kapelle befindet, war auch kein Geld für die Renovierung zu erwarten, also war Eigeninitiative gefragt.
So wurde Hilfe bei den Wickendorfern gesucht und gefunden. Durch die Spendenbereitschaft der Wickendorfer Bürger, verschiedener Handwerker und der KAB Wickendorf konnte dieses Kleinod komplett saniert werden. Die Kosten beliefen sich auf ca. 2.700 Euro und wurden ohne Unterstützung der Stadt zu 100% durch Spenden gedeckt. Letzter Spender war Pfarrer Lindner, der die finanzielle Lücke schloss.
Harald und Florian Trost verbrachten viele Stunden um die Kapelle neu und fachgerecht zu verschiefern. Heiko Hofmann spendete das Bauholz, die Fa. Thomas Konrad spendete Kupferblech und die notwendigen Arbeiten. Die Firmen Siegfried Bär, Schreinerei Fröba und Adlerhaus erbrachten kostenlose Leistungen. Viele Wickendorfer Bürger arbeiten tagelang und kostenlos. Otto Deuerling restaurierte ebenfalls kostenlos die Marienfigur. Matthias Beetz freute sich, dass diese Gemeinschaftsaktion den Zusammenhalt im Ort weiter gefestigt habe.

Text: Harald Fehn