"Sein Kommen ist eine große Ehre für die ganze Bundesrepublik"

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick erwartet mit großer Freude den Besuch von Papst Benedikt XVI. in Deutschland. Während seines viertägigen Besuchs (22.09.-25.09.11) in Deutschland werde der Heilige Vater viele wichtige Fragen thematisieren, unter anderem auch zur Europäischen Union (EU), sagte der Bamberger Oberhirte am Mittwoch (21.09.11). Er werde erneut deutlich machen, dass die EU nicht nur eine Geldunion, sondern eine „Gemeinschaft der Werte und Tugenden sein soll.“

Der Bamberger Erzbischof kritisierte den angekündigten Boykott von rund 100 Bundestagsabgeordneten, die der Rede des Papstes fernbleiben wollen. Der Bundestag selber habe den Heiligen Vater durch seinen Präsidenten Norbert Lammert eingeladen. „Es ist mir unverständlich, dass Bundestagsabgeordnete ihrem Präsidenten in den Rücken fallen und einen so hohen Gast wie den Papst nicht empfangen wollen. Trotzdem werde das Parlament übervoll sein.

Er sei sehr gespannt, was der Papst bei seinen 17 Reden alles ansprechen werde, sagte Schick. „Sein Kommen ist eine große Ehre für die ganze Bundesrepublik. Es sei mehr als angemessen, dass der Heilige Vater seiner Heimat einen offiziellen Besuch abstatte, findet der Bamberger Oberhirte.

Bei seinem Besuch in Erfurt, das überwiegend protestantisch oder atheistisch geprägt ist, wird Benedikt XVI. laut Erzbischof Schick vor allem ökumenische Fragen ansprechen. „Er wird sagen, dass die Christen alle Anstrengungen unternehmen müssen, um in der Ökumene voranzukommen“, sagte der Bamberger Erzbischof. Nach dem Treffen in Erfurt werde die Einheit nicht erreicht sein, „aber sie wird einen kräftigen Impuls bekommen haben.“

Der Heilige Vater werde auf allen Stationen seiner Reise die Bedeutung Jesu und seiner Botschaft hervorheben, ist Erzbischof Schick überzeugt. Er werde auch den jungen Menschen Mut machen, denn das Motto der Papstreise lautet: „Wo Gott ist, das ist Zukunft.“
Papst Benedikt XVI. werde vor allem über Gott sprechen, der jedem Einzelnen Würde und Menschenrechte garantierte und der allen Menschen Sinn und Hoffnung gebe. Auch die wichtigen Themen Frieden, Gerechtigkeit, Überwindung von Hunger und Analphabetismus sowie der Einsatz der Kirche für die Unantastbarkeit des Lebens von der Zeugung bis zum natürlichen Tod und für die Familie werde der Heilige Vater wohl thematisieren. Papst Benedikt XVI. besucht vom 22. bis 25. September Deutschland. Stationen seiner Reise sind Berlin, das Eichsfeld, Erfurt und Freiburg.

Quelle: Erzbischöfliches Ordinariat Bamberg