Viele Erfolge und ein paar graue Haare

Dekan Peter Barthelme verlässt Teuschnitz und geht nach Memmelsdorf. Am 31. Juli verabschieden sich die Gläubigen von ihm. Seine Nachfolge tritt Joachim Lindner an.

Dekan Peter Barthelme beendet gerade sein Telefongespräch. "Das war mein Nachfolger", sagt er und strahlt. Die Tatsache, dass er für seine Pfarrei mit Joachim Lindner, der derzeit in Schwaig und Behringersdorf Pfarrer ist, gleich einen Nachfolger präsentieren kann, erleichtert ihm den Abschied, der ihm sehr schwer fällt.

In Teuschnitz hat es ihm in den vergangenen elf Jahren sehr gut gefallen. Am 31. Juli wird er verabschiedet. Gerne wäre er länger geblieben. Am liebsten bis zum Ruhestand, wie er sagt. Doch es geht nicht anders. "Die Diözese hat immer weniger Priester und ist daran interessiert, dass es möglichst viel Fluktuation gibt. Nach zehn bis 15 Jahren soll man wechseln", erklärt Peter Barthelme. Nachdem seitens der Erzdiözese bereits mehrfach bei ihm angefragt wurde, hat er nun schweren Herzens zugesagt.

Seine neue Wirkungsstätte ist in Memmelsdorf bei Bamberg. Der 42-Jährige hinterlässt ein gut bestelltes Feld. Dies war wohl auch der Grund, warum die Pfarrstelle gleich wieder neu besetzt wurde. "Mit einer achtköpfigen Delegation, der Pfarreien Teuschnitz, Wickendorf, Tschirn und Marienroth waren wir beim Personalchef in Bamberg und haben vorgesprochen", so Peter Barthelme, "Der Personalchef hat dann auch gesagt, dass dies die größte Delegation war, die je bei ihm gewesen ist".

Dort hat man zahlreiche Pluspunkte vortragen können. "In den letzten Jahren hat sich Teuschnitz zu einem Zentrum entwickelt, sowohl mit der Bibliothek, die zu einem Anlaufzentrum für den ganzen oberen Landkreis geworden ist, als auch im Gottesdienst. Viele Leute schätzen die Liturgie hier, es gibt sehr viele engagierte Leute - das ist schön", so der Dekan.

Auch das Jugendbildungshaus am Knock sei ein Punkt gewesen. Zudem habe man vorgetragen, dass verhältnismäßig viele Männer aus dem Frankenwald Priester oder in der Ausbildung zum Priester sind. Peter Bartheleme war nicht nur Stadtpfarrer, sondern auch Dekan des Dekanats Teuschnitz. In dieser Eigenschaft hat er beispielsweise gemeinsam mit Pfarrerin Claudia Grüning-Göll die ökumenischen Pfarrkonferenzen wiederbelebt.

In guter Erinnerung bleiben ihm immer die Dekanatswallfahrten und die Einkehrtage mit Pfarrer Thoma. Allerdings ist Barthelme in seiner Zeit als Teuschnitzer Stadtpfarrer nicht alles geglückt. "Bei der Frage der Bußkatechese habe ich mir die Zähne ausgebissen", räumt er ein und schmunzelt: "Manche sagten mir dann, dass sie im Oblatenkloster in Kronach zur Beichte gehen. Ich hoffe, dass das auch so ist".

Und auch so manches graue Haar hat der 42-Jährige als Stadtpfarrer dazubekommen: "Einmal hatte ich bei einer Krankenkommunion einen Praktikanten dabei. Die Frau, bei der wir waren, war begeistert und hat gesagt: 'Ja, Herr Pfarrer, was haben Sie denn da für einen jungen Mann dabei, so groß, schlank und gutaussehend.' Da habe ich sie dann daran erinnert, dass ich auch noch im Raum bin", erinnert sich der Geistliche und lacht. "Darauf hat sie geantwortet: 'Ja, als Sie bei uns angefangen haben, da haben sie auch noch gut ausgesehen.' Ich antwortete: 'Die grauen Haare, die habe ich alle von euch'".

von Peter Fiedler