Aufruf zur Eucharistischen Anbetung

Liebe Mitbrüder im priesterlichen und diakonischen Dienst,
liebe Ordenschristen, liebe Schwestern und Brüder im Erzbistum Bamberg!

Der Heilige Vater wünscht sich zu seinem 60. Priesterweihetag am 29. Juni 2011 als Geschenk „Stunden des Gebetes vor dem Allerheiligsten“. Ich möchte Sie aufrufen, dieser Bitte zu entsprechen. Anbetung ist zuerst Dank und Lobpreis des guten Gottes. Im Verweilen vor dem Allerheiligsten erfahren wir die Liebe Christi, der sein Leben für uns hingegeben hat. Dadurch wird unser Vertrauen und unsere Zuversicht gestärkt. Wer betet, erkennt, dass ein guter Gott jeden einzelnen Menschen und die Geschichte leitet. Wir gehen zwar immer wieder durch dunkle Zeiten, aber letztlich wird das Himmelreich kommen, das kein Ende haben wird. Aus diesem Glauben erwächst die Kraft, die Botschaft des Evangeliums in unserer Welt zu leben und auszubreiten.

Anbetung und Fürbitte ergänzen sich! Als Gläubige dürfen wir gewiss sein, dass unsere Gebete erhört werden. Wir müssen derzeit besonders um Einheit und Friede in der Kirche, für verfolgte und bedrängte Christen in vielen Ländern der Erde, um Stärkung des Glaubens in einer Zeit der Säkularisation und um Priester und Ordenschristen beten. Unsere Welt ist heimgesucht von Individualismus und Konsumismus, die in Arm und Reich, in Nord und Süd spalten. Daraus entstehen Umweltzerstörung und Hunger, Krieg und Terror. Wenn viele gemeinsam oder auch allein vor dem Allerheiligsten beten, wird das zu einer großen Kraft für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung werden.
Durch den Aufruf zur Anbetung wünscht der Papst aber auch, die Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten zu erneuern. In den Gestalten von Brot und Wein bleibt nach der Heiligen Wandlung in der Eucharistie Jesus Christus unter uns. Das ist uns oft nicht mehr genügend bewusst! Die Ehrfurcht in unseren Kirchen, vor dem Tabernakel, bei jeder Eucharistiefeier, bei Sakramentsprozessionen und wo immer wir den Eucharistischen Gestalten begegnen, soll wieder erneuert werden.

Betreten Sie die Kirche in Stille, machen Sie eine Kniebeuge, beten und singen Sie mit, hören Sie gut zu und nehmen Sie von Anfang bis Ende an jeder liturgischen Feier innerlich teil.

Ich bitte Sie, jetzt an Fronleichnam sowie an den Tagen bis zum 29. Juni und auch danach, Stunden der Eucharistischen Anbetung zu halten. In jeder Pfarrei wird der Tag des „Ewigen Gebetes“ begangen. Nehmen Sie zahlreich an den Gebetsstunden teil.
Nehmen Sie sich auch wieder einmal Zeit, allein in die Kirche zu gehen und vor dem Allerheiligsten zu beten. Denken Sie in der heiligen Messe daran, dass Jesus Christus, unser verherrlichter Herr, in der Eucharistie zu uns kommt und mit uns geht auf den Wegen unseres Lebens.
Besonders möchte ich die Ordensniederlassungen aufrufen, in den nächsten Tagen Stunden der Anbetung anzusetzen und die Menschen in ihrer Umgebung dazu einzuladen.

Liebe Schwestern und Brüder in der Erzdiözese!
Entsprechen wir dem Wunsch des Heiligen Vaters, machen wir ihm das Geschenk der Anbetung des Allerheiligsten. Unsere Gebete helfen dem Heiligen Vater bei seinem Dienst in Kirche und Welt. Sie sind ein Beitrag für die Ausbreitung des Reiches Gottes „der Gerechtigkeit, des Friedens und der Freude im Heiligen Geist.“ Unsere Anbetung schenkt nicht zuletzt uns selbst Trost im Leid, Zuversicht in Enttäuschungen, Hoffnung in Mutlosigkeit, Kraft in der Schwäche und Aufbruch nach jedem Abbruch.

Mit herzlichen Grüßen und guten Segenswünschen

Ihr Erzbischof

Dr. Ludwig Schick
Erzbischof von Bamberg