KAB Wickendorf mischt nicht nur im Ortsgeschehen mit

Mitglieder der KAB trugen während des Festgottesdienstes Fürbitten vor.
Nach dem Gottesdienst zog man zum Pfarrsaal. Dort wurden Grußworte gesprochen und das Jubiläum im Rahmen des Familientages gefeiert.
Maria Gerstner vom KAB-Büro Kronach steckte Präses Dekan Pötzl im Beisein von Kreisvorsitzenden Günther Romig das KAB-Kreuz an.

Am Sonntag feierte der KAB-Ortsverband Wickendorf sein 70-jähriges Jubiläum. Begangen wurde dieses Fest mit einem Gottesdienst, zelebriert von Präses Dekan Detlef Pötzl, und dem alljährlichen Familientag.

Präses Detlef Pötzl stellte den Mensch in dem Mittelpunkt seiner Predigt. Und so sei auch die KAB eine Gemeinschaft, mit gleichen Werten und gleichen Zielen um für die gute Sache zu kämpfen. So blieben Gerechtigkeit und Solidarität nicht nur Worte, betonte der Geistliche. Schließlich sei auch ein kleiner Einsatz etwas wert. Diesen solle man sehen, auf christliche Überzeugung hin beurteilen und bestenfalls danach handeln.

Der Gottesdienst wurde vom Chor „Cantate Nova“ unter Leitung von Ilona Beetz und Uwe Thoma an der Orgel musikalisch sowie von den KAB-Mitgliedern mit Fürbitten und Gedanken eindrucksvoll gestaltet. Diesem war, angeführt von den Wickendorfer Musikanten, eine Kirchenparade mit Abordnungen der örtlichen Vereine vorausgegangen. Diese zogen nach der Messe unter Marschmusik zum Pfarrsaal, wo Grußworte gesprochen wurden und der Familientag gefeiert wurde.

Viele Arbeitnehmer und ihre Familien hätten die Solidarität, die Gemeinschaft und die Freundschaft der KAB während der 70 Jahre erleben dürfen, so Vorsitzender Günther Fehn. „Die heutige Kraft schöpfen wir aus der Vergangenheit. Eine Quelle mit unschätzbarem Wert“, so Fehn. Er erinnerte an große Erfolge in der Sozialpolitik, die die KAB durch ihre Beharrlichkeit errungen hat. „Auf die größten Errungenschaften Kindergeld und Mütterrente sind wir sehr stolz. Sie sind uns Ansporn für unser weiteres Wirken. Wir setzen auf Mindestlohn, bedingungsloses Grundeinkommen, Sonntagsschutz und unser Rentenmodell und drängen die Politik dazu, die sozialen Aspekte Solidarität und Gerechtigkeit in unserem Staat wieder in den Mittelpunkt zu stellen.“ Wenn es um die verantwortliche Mitarbeit in Kirche, Staat und Gesellschaft gehe, seien die KAB-Mitglieder in besonderer Weise gefordert.

Bürgermeisterin Gabriele Weber unterstrich in ihrem Grußwort die Wichtigkeit der ehrenamtlichen Vereine vor Ort und bezeichnete diese als „Seelen der Gemeinde“. Sie freute sich, dass die Wickendorfer KAB mit ihren Wallfahrten, Vorträgen und dem Familientag zum Dorfleben beitrage. Die KAB habe das Ohr an und in der Gesellschaft, zeige die Defizite auf und verfolge auch diese, damit sie umgesetzt werden, resümierte das Oberhaupt der Arnikastadt.

Heinz Hausmann, ein langjähriger Weggefährte des Ortsverbandes, zeigte sich stolz auf die Erfolge der KAB in den vergangen 70 Jahren. Er nannte die Kindererziehungszeiten in der Rentenversicherung oder die Feiertagsregelung in Bayern, die die KAB mit durchsetzte. Auch die Gemeindegebietsreform wurde von der KAB begleitet. Dafür hätten auch die kleinen Ortsverbände gekämpft. Er dankte dem Ortsverband und wünschte alles Gute.

Kreisvorsitzender Günther Romig überbrachte die Glückwünsche der Kreisvorstandschaft. „Wenn man von besonders rührigen Verbänden in unserer Gemeinschaft sprechen will, kommt man an Wickendorf nicht vorbei. Die Gestaltung des Ortsgeschehens, die Beteiligung an Aktionen des Diözesan- und Bundesverbandes, die Teilnahme an der alljährlichen Kerzenaktion, gelten für euch als selbstverständlich“, lobte Romig. Mitglieder des Ortsverbandes seien auch viele Jahre im Kreisverband tätig gewesen – hier erinnerte er an die Seniorenbetreuerin Erika Broy – und sprach seinen Dank aus. Bis heute habe die KAB nichts an ihrer Notwendigkeit verloren, obgleich es schwieriger geworden sei, die Wertvorstellungen in die Politik einzubringen. Trotzdem müsse man sich an der Gestaltung der Gesellschaft beteiligen – vor allem wegen der Kinder und Enkelkinder – forderte er auf.

Maria Gerstner vom KAB-Diözesansekretariat Kronach freute sich, dass die Wickendorfer KAB mit ihrem Dekan Detlef Pötzl einen sehr engagierten, rührigen Präses gefunden hat. Sie steckte ihm das KAB-Kreuz an.

Beim Frühschoppen spielten die „jungen Wickendorfer“ unter Leitung ihres Dirigenten Florian Beetz zünftig auf. Das Mittagessen wurde gut angenommen und mit Kaffee und Kuchen Klang das Jubiläumsfest aus.

Text: Uwe Thoma
Bilder: Eva Fischer, Uwe Thoma