Wort unseres Pfarrers

Liebe Mitglieder unserer Gemeinden, liebe Schwestern und Brüder,
„im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung!“ Dieser Ruf aus der Karfreitagsliturgie führt uns zum Selbstverständnis der Christen. Durch das Sterben, durch den Tod und durch die Auferstehung von Jesus Christus, sind wir zum Leben berufen. Wenn wir auf das Kreuz blicken, dann bekommen wir neue Hoffnung, weil der Tod besiegt und uns das ewige Leben verheißen ist.
Um das Kreuz wird in diesen Tagen viel gestritten. Unabhängig von jeder politischen Diskussion, freue ich mich, wenn das Kreuz als Zeichen der Hoffnung und des Glaubens auch in öffentlichen Gebäuden hängt. Dass der Staat Religionsfreiheit garantiert, heißt ja nicht, dass der öffentliche Raum frei von Religion sein muss. Unbestritten bleibt freilich, dass es nicht mit dem Aufhängen eines Kreuzes getan ist. Das Zeugnis der Christen muss sich immer an ihren Werken messen lassen. Da scheint es ganz gut zu passen, dass unser Papst Franziskus in seinem Schreiben „Gaudete et exultate“ dazu aufruft, nach Heiligkeit zu streben. „Heiligkeit“, das ist in unseren doch sehr profanen Zeiten ein ziemlich großes Wort. Heilig klingt nach Höchstleistung, Heilige fast ein wenig nach Superhelden. Doch Papst Franziskus macht die Heiligkeit klein, holt sie wieder auf die Erde. Erstens: weil, wie er schreibt, nicht alles, was ein Heiliger tut, perfekt ist. Zweitens, weil sich Heiligkeit dann zeigt, wenn man so wörtlich versucht, "kleine Dinge in großartiger Weise zu erledigen." So gesehen kann jede und jeder zum Heiligen werden. Man kann es zumindest versuchen.
50 Tage nach Ostern feiern wir das Pfingstfest. Jesus verspricht seinen Jüngern, dass der Heilige Geist als Beistand Kraft gibt und Mut macht, Neues zu wagen und keine Angst zu haben. Unter diesem Aspekt dürfen wir auch den Strukturprozess unserer Erzdiözese sehen. Am 29. April 2018 haben sich Vertreter aus den Gemeinden des Dekanats Teuschnitz und der Pfarreiengemeinschaft „Oberes Rodachtal“ getroffen. Der Austausch war sehr konstruktiv, zielorientiert und wertschätzend. Wir haben einstimmig festgestellt, dass wir künftig kooperieren und zusammenarbeiten wollen. Wie das konkret mit 30 selbständigen Gemeinden gelingen kann, müssen wir noch erarbeiten. Im Vertrauen auf Gottes Beistand wird es gelingen!
Ich wünsche Ihnen eine frohe und gesegnete Osterzeit und ein begeisterndes Pfingstfest.

Detlef Pötzl