Mit sieben Jägern im Revier

Die Jagdgenossenschaft Wickendorf hatte alle Grundstückseigentümer, die zum Gemeinschaftsjagdrevier Wickendorf gehören, zur Hauptversammlung ins Sportheim eingeladen.
Jagdvorsteher Waldemar Zipfel lud zunächst zum traditionellen Jagdessen ein, das die Jagdpächter gestiftet und die Frauen des Sportvereins zubereitet hatten. Schriftführer Harald Fehn verlas anschließend die Niederschrift der letztjährigen Hauptversammlung.
Schatzmeister Lothar Nikol konnte trotz der erheblichen Kosten für den Wegebau von einem positiven Kassenstand berichten. Die Revisoren Franz Konrad und Peter Haderlein bestätigten dem Kassier eine ordentliche und gewissenhafte Buchführung.
Jagdvorsteher Waldemar Zipfel gab bekannt, dass sich die Reviergröße aufgrund des neuerstellten Jagdkatasters etwas erhöht habe. Die jagdbare Fläche betrage demnach 742 Hektar, hinzu kämen 26 Hektar befriedete Fläche. Dies bedeute auch eine leicht gestiegene Jagdpacht.
In punkto Wegebau führte er aus, dass man im Berichtszeitraum insgesamt 384 Tonnen Schotter in verschiedenen Körnungen aufgebracht habe. Der Kronenweg sei ausgeschnitten worden.
Der besondere Dank des Vorsitzenden galt Franz Konrad, der wiederum einige Wege hergerichtet hatte, und Wolfgang Pfadenhauer, der das Material für den Wegebau beschafft hatte. Das Amt für Landwirtschaft und Forsten sei der Ansicht, dass der Verbiss im Revier zu hoch ist und deshalb der Abschussplan erhöht werden muss. Der Wildschaden durch Schwarzwild sei im Herbst sehr hoch gewesen. Hinsichtlich der Schäden hätten sich Grundstückseigentümer und Jagdpächter einvernehmlich geeinigt.
Für die Erneuerung der Weidezäune werden laut Zipfel 100 neue Pfähle und bis zu 2000 Meter Zaunlitze benötigt.

Jagdpächter Reinhard Rüger berichtete, dass er nunmehr mit sieben Jägern das Revier betreue. Zu den Wildschäden an der Kreisstraße nach Marienroth meinte er, dass hier neuartige Lichtabweiser eine deutliche Verbesserung gebracht hätten. Durch viel Unruhe im Wald werde das Bejagen zunehmend schwieriger. Von zwei geplanten Drückjagden sei eine wegen fehlender Treiber erfolglos geblieben. Auch das Vermarkten von Wildbret werde zunehmend schwieriger.
Zweiter Bürgermeister Stefan Neubauer betonte, dass im Revier viele Einflüsse mitwirken. Der Jäger könne nicht überall sein.
Der Wegebau sei eine kostspielige Angelegenheit, die Stadt könne aufgrund ihrer Finanzmittel nur eingeschränkt Unterstützung leisten, so Neubauer.
Der Jagderlös wird wieder für den Wegebau verwendet.
Für das laufende Jahr machte der Vorsitzende noch einige Vorschläge für die weitere Instandhaltung der Wege.

Quelle: Fränkischer Tag Kronach vom 13.04.2016, Harald Fehn